Chronik![]() Gründung
der Schützengilde Natrop-Pelkum 1956 Chronik der Schützengilde Natrop-PelkumBevorstehende
Feiern geben einmal mehr die Gelegenheit, die Geschichte dieser Gilde
weiter lebendig zu halten. Denn eine Schützengilde, die das Bewusstsein ihrer eigenen Geschichte und die Pflege ihrer Tradition vernachlässigt, wird keine Zukunft haben. Nur wer das weitergibt, was ihm an Werten und Erfahrungen von seinen Vorfahren überliefert worden ist und es ergänzt durch sein eigenes Schaffen und Erleben, kann hoffen, dass auch die nachkommenden Schützengenerationen den vorgezeigten Weg weitergehen werden. Der Ursprung der Schützengilde Natrop-Pelkum lässt sich urkundlich zurückverfolgen bis 1770. Man kann aber davon ausgehen, dass schon lange vor dieser Zeit, möglicherweise sogar Jahrhunderte vorher, in den Bauernschaften Natrop, Pelkum, Klostern und Markfeld Bruderschaften zum Schutze der ländlichen Anwesen bestanden haben, weil man erkannt hatte, dass vereint stark macht. Diese Wehr- und Schutzgemeinschaften, die sich besonders stark im Dreißigjährigen Krieg (1618 -1648) bildeten, wurden aber keineswegs in ruhigen Zeiten aufgelöst. Sie hatten jetzt nur die Aufgabe: Nachbarschaftshilfe und die Pflege der Geselligkeit. 1770 gab es in Pelkum eine Schützenbruderschaft. Die älteste uns erhalten gebliebene Plakette auf ihrer Königskette, die heute im Heimatmuseum der Stadt Datteln aufbewahrt wird, stammt aus diesem Jahr. Sie wurde von dem damaligen König Johan Hendrich Brinman gestiftet. Eine weitere Silberplakette trägt das Jahr 1775 und den Namen des Königs Johann Henrich Brinkmann. Es ist wahrscheinlich, dass diese beiden Könige ein und dieselbe Person waren und identisch sind mit Johann Heinrich Brinkmann, der zur selben Zeit Kirchmeister in St. Amandus war (Der Kirchmeister hatte das Vermögen der Kirche zu verwalten). Die Stiftung von Silberplaketten stellte seinerzeit einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand dar. Laut mündlicher Überlieferung sollen auch goldene Plaketten gestiftet worden sein. Sie sind leider mit einigen anderen Silberplaketten abhanden gekommen. Die Namen der Königinnen sind heute leider nicht mehr bekannt, bis auf Elisabeth Netthövel, die Königin des letzten Schützenkönigs der älteren Vereinsgeschichte, Heinrich Abenhardt. Unter diesem Königpaar wurde ein großes Schützenfest gefeiert. Hierüber gibt uns ein Dokument Auskunft, das erst vor einigen Jahren in der Gastwirtschaft Rauschenburg, die jahrzehntelang Stammlokal der Schützenbrüder war, gefunden wurde. Es handelt sich hierbei um einen Vertrag, der zwischen dem Vorstand des "Schützenvereins Pelkum, Markfeld und Natrop" und dem "Gastwirt Joseph Tenkhoff zur Rauschenburg" geschlossen wurde. Von diesem "Schützenfest Markfeld" sind noch Namenslisten der teilnehmenden Schützenbrüder erhalten. Auf einer Liste sind 118 Schützen aufgeführt, die am 2.7.1897 anwesend warten. Eine stolze Zahl für die damalige Zeit. Von 1897 bis 1910 muss das Schützenleben in Natrop-Pelkum geruht haben. Jedenfalls gibt es keine Aufzeichnungen über diese Zeit und nur mündliche Überlieferungen. Eine davon sagt aus, dass 1924 die bis dahin auf dem Hofe Abenhardt gehütete Königskette bei einem Hofbrand von Frau Abenhardt vor der Vernichtung gerettet wurde. Im Jahre 1910 wurde von den Schützen aus Natrop-Pelkum die 3. Kompanie in der Schützengilde 1397 gegründet. Nach einer Zwangspause im 2. Weltkrieg (1939 - 1945) blühte das Leben in dieser Kompanie erneut auf. Sie führte bald ein sehr eigenständiges Leben innerhalb der Gilde 1397. Die zahlreichen persönlichen Freundschaften und die vielen gemeinsamen Feiern schmiedeten die Mitglieder der Kompanie immer mehr zusammen. Auch die Mitgliederzahl nahm ständig zu. So ist es zu verstehen, dass der Wunsch immer stärker wurde, eine selbständige Schützengilde zu bilden. Nach dem alten Leitsatz früherer Pelkumer Schützenbruderschaften "Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", löste sich im Januar 1956 die 3. Kompanie von der Gilde 1397, um die alte Tradition der Schützenbruderschaften Natrop-Pelkum-Markfeld eigenständig fortzusetzen. Sie gründeten die "Schützengilde Natrop-Pelkum". Als äußeres Zeichen der Wiederbegründung wurde die alte Königskette vom Sohn des letzten Königs Heinz Abenhardt dem neuen König der Gilde übergeben. Im Jahre 2004 feierte die Gilde mit vielen anderen Gilden und der Bevölkerung von Datteln ihr 17. Schützenfest nach der Wiederbegründung. 2004 hat ein neues Königspaar die Regentschaft übernommen. In die Regentschaft fällt das 50jährige Bestehen der Gilde nach der Wiederbegründung. Der Leitgedanke der Gilde "Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", möge den Majestäten stets Verpflichtung sein. |